Das Fischerstechen

 

Das Fischerstechen ... seit 1666

Die Seele von Sète




 


Während des Festes “Fête de la Saint Louis” kann man auf den Tribünen entlang des Canal Royal spektakuläre Gefechte auf dem Wasser verfolgen.
Diese Wettkämpfe sind die "joutes" - das Fischerstechen. Dem Sieger ist Unsterblichkeit garantiert: Seit 1666 werden die Namen der Sieger auf ein Schild graviert, welches im Museum Paul Valéry im Saal der Fischerstecher zu sehen ist ...
Begründet in Folklore und Tradition ist das Fischerstechen mehr als ein Sport, es spiegelt die Seele der Sèter wider!


Geschichte des Fischerstechens

Das Fischerstechen hat eine lange, regionale Tradition, die ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

Die ersten Turniere fanden 1601 in Agde, 1627 in Frontignan und 1665 in Mèze statt.

Das erste Turnier in Sète fand am 29. Juli 1666 zur Feier der Gründung des Hafens statt. Die Hafengründung war Teil der Arbeiten für den Canal du Midi.


Im 18. Jahrhundert dann kämpften bei den Turnieren die verheirateten gegen die ledigen Männer. In den verschiedenen Vierteln wurden Truppen gebildet. Diese wurden angeführt von einem Kapitän, einem Leutnant und einem Fähnrich, der die Fahne seiner Kompanie trug.
Die Farbe der Verheirateten war Rot, die der Ledigen Blau. Diese Farben kennzeichneten die Barken, die Kleidung und die Lanzen.

Das heutige Fischerstechen hat eine Vielzahl dieser Traditionen bewahrt.
Wenn Sie mehr über das Fischerstechen erfahren wollen ...

 

Die weißen Ritter

Die Barken werden von 10 Ruderern bewegt, die meisten davon Fischer. Die Kommandos werden von einem Steuermann gegeben.

Am Bug der Barke sitzen zwei Musikanten mit Tambourin und Oboe und spielen bei jedem Zweikampf eine traditionelle Melodie aus der Region.


Eine Kapelle auf der Tribüne "heizt" die Stimmung an und salutiert den siegreichen "Jouteurs".

 

Ablauf der Turniere

Jedem Turnier geht ein Aufmarsch der Fischerstecher in der Stadt voraus, begleitet von Musikanten, die traditionelle Melodien spielen.
Diese Musik begleitet die "jouteurs" und die Ruderer auf ihrem Weg zu den Wettkämpfen und wird auch während der Turniere gespielt.

Ein erster "passe d'honneur", ein Ehrengang, eröffnet das Turnier. Während die Barken aneinander vorbeifahren, salutieren die "jouteurs" voreinander und kreuzen ihre Lanzen.

Nun nehmen die beiden Kontrahenten auf der Plattform die Wettkampfhaltung ein und schützen ihre Brust mit dem Schild.
Sie müssen nun versuchen, sich mit einer stahlbespitzten Lanze gegenseitig von der Plattform ins Wasser zu stoßen, wenn die Barken aneinander vorbeifahren. Es gibt präzise Regeln für die Zweikämpfe, wer sie missachtet, riskiert eine Disqualifikation.

Gute Unterhaltung ist garantiert!

 

Ein paar Vokabeln ...

Pavois, Tintaine, Bigue und Lance sind Vokabeln, die man kennen sollte ...

"Bigue": dies sind die Schwebebalkenträger, die die Plattform stützen, auf der die Fischerstecher stehen. Sie sind durch Querbalken verbunden.

"Tintaine": diese Planke ist der Boden oder die Plattform, auf der der Fischerstecher steht. Abgeschlossen wird die Tintaine von einem Fußtritt, auf dem sich der "Jouteur" abstützen kann, um den Lanzenstoß seines Gegners abzufangen.

"Lance": verschiedene Städte benutzen verschiedenes Holz zur Herstellung der Lanzen. Die Sèter benutzen Nordholz, in Mèze ist es Rotholz ...Die Länge der Lanze ist auf 2,80 m festgelegt. Der "Jouteur" hält die Lanze in der Hand. Am Ende der Lanze befindet sich eine Stahlspitze, sodass die Lanze nicht am Schild des Gegners abrutschen kann.

"Pavois": Holzschild, das die Brust der "Jouteurs" vor den Lanzenstößen schützt.